In den Siebzigern wurde die Mode lässig, unkompliziert und originell, die Modedesigner wurden von der Jugend auf der Straße inspiriert. Die in den 60er Jahren hart erkämpften Freiheiten wurden nun ohne Grenzen ausgelebt. Nichts war zu kurz, zu knapp, zu bunt oder zu stark gemustert; in allem wurde übertrieben: Revers, Manschetten, Ärmel, Aufschläge, Krawatten, Kragen, alles war in riesigen Versionen zu haben. Auch die Farben wurden bunter und auffälliger. Besonders bunt war die „Flower-Power-Generation“, die schon in der Mitte der 60er Jahre begann und bis in die Mitte der 70er Jahre reichte.

Dieser Stil entsprang aus der in Kalifornien entstandenen Hippiekultur, die sich im Laufe der Zeit in den USA und Europa verbreitete. Mit langen Haaren und Bärten, sowie bunten Gewändern aus allen Kulturkreisen, plädierten sie für eine naturverbundene und kosmopolitisch ausgerichtete Lebensweise. Die Kleidung der „Blumenkinder“ war von Grund auf unkonventionell. Sie war eine phantastische Stilmischung aus verschiedensten Epochen und vor allem Kulturen. Man trug z.B. indischinspirierte Gewänder, ethnische Stickereien oder blumengeschmückte Schlaghosen und Jacken in psychedelischen Farben. Haare sowie die symbolisch überfrachtete Kleidung wurde von beiden Geschlechtern gleichermaßen getragen, es gab keine großen Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Es gab außerdem keinen Wunsch nach Markenkleidung. Die Hippie-Mode wollte eigentlich keine Mode sein. Allerdings wurde sie schnell von cleveren Designern aufgegriffen und kommerzialisiert. So wurde das Hippie-Leben z.B. auch im Musical „Hair“ verewigt. Schnell gab es Boutiquen, in denen man sich wie ein Hippie einkleiden konnte und auch die bunten Blumen zierten schnell alle Kleidungsstücke. So entstand eine große Mode-Welle und der Wunsch, ein Hippie zu sein, klang langsam ab. Diejenigen, die die Vision von Love, Peace and Harmony zuerst träumten, trugen alle Symbole ihrer Bewegung bereits 1976 in den USA zu Grabe.

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